Autonomie und Integration
Im Zentrum des Wettbewerbsbeitrags über
die Zukunftsperspektive der Stadtregion München stehen
folgende Fragen:
- Wie lässt sich der wirtschaftliche Erfolg mit sozialem
Frieden in einer solidarischen Stadtgesellschaft verbinden?
- Wie können Entwicklungsmöglichkeiten für
unkonventionelle, unangepasste Innovationen offen gehalten
werden?
Wie können sich kreative Milieus entfalten, wie können
"Kreativitätsgeneratoren" erkannt und unterstützt
werden?
- Welche Aufgaben kommen dabei auf die Gestalter der künftigen
Stadt zu?
Die angemessene Vision für München
könnte sein, die Gemeinschaftsfähigkeit der Stadtgesellschaft
bei weitgehender Entfaltung der unterschiedlichen Lebensstile
und trotz aller Interessengegensätze zu wahren. Das wirtschaftlich,
ökologisch und sozial integrierte Handeln soll verstärkt
und die urbane Qualität Münchens in der Tradition
europäischen Städte weiter entwickelt werden: Soziale
Offenheit, kulturelle Vielfalt bei räumlicher Dichte
und Nutzungsmischung verbunden mit hoher Gestaltqualität
sind hierbei die Stichworte.
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Foto: Fremdenverkehrsamt München
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"Autonomie" und "Integration"
benennen zwei Pole bzw. Gravitationsfelder, die uns prägend
und unverzichtbar für die Entwicklung und Gestaltung
von Stadtgesellschaften zu sein scheinen. In diesem Spannungsbogen
entwickeln sich neue Lebenslagen und neue Formen des Zusammenlebens.
Neue Vielfalt erzeugt auch Unübersichtlichkeit, gewohnte
und erprobte Formen des Handelns taugen immer weniger zur
sozialen Gestaltung. "Autonomie" ist einerseits
Voraussetzung dafür, dass Bürger individuell, selbstbestimmt
und demokratisch handeln können; "Autonomie"
kann sich aber auch zum selbstinteressierten, egoistischen
Handeln steigern und die Stadtgesellschaft in eine "Ellenbogengesellschaft"
verwandeln.
Die Leitvision "Integration der Stadtgesellschaft
bei gleichzeitiger höchstmöglicher Autonomie ihrer
Einzelakteure" soll an drei strategischen Zukunftsfeldern
im Sinne von Handlungsfeldern entwickelt werden, die für
München zukünftig noch an Bedeutung gewinnen können:
- Integration und Segregation
- Wissen und Kreativität
- Mobilität und Kommunikation
Im Zukunftsfeld "Integration und Segregation"
soll der Frage nachgegangen werden, welche sozialen und wirtschaftlichen
Kräfte sich in den nächsten 30 Jahren entfalten
und durchsetzen werden und ob diese den sozialen Zusammenhalt
der Stadtgesellschaft -vergröbernd ausgedrückt -
sprengen oder festigen werden.
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Foto: Fremdenverkehrsamt München
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Im Zukunftsfeld "Wissen und Kreativität"
soll der Frage nachgegangen werden, welchen Stellenwert Wissen
und Bildung im Jahre 2030 haben werden und ob dies in gesellschaftlicher
Differenzierung gesehen werden muß.
Im Zukunftsfeld "Mobilität und Kommunikation"
soll herausgearbeitet werden, welchen Stellenwert individuelle
Kommunikationsfähigkeit und Mobilitätsbereitschaft
als Voraussetzung zur Beteiligung am gesellschaftlichen Leben
und am Erwerbsleben im Jahre 2030 haben werden und haben sollen.
Diese Fragen sollen beispielhaft in drei Stadtquartieren,
die für die Zukunftsfelder besonders geeignet erscheinen,
untersucht und im Dialog mit den Bewohnern im Rahmen von Quartiersforen
erörtert werden.
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