... Fortsetzung
Drei Szenarien
...soziale, politische, kulturelle und gesellschaftliche
Konsequenzen ergeben.
Das Wachstumsszenario betont die weitere, womöglich
gesteigerte wirtschaftliche Prosperität des Wirtschaftsraumes
München, die jedoch soziale, kulturelle und auch wirtschaftliche
Polarisierungen in einer zum Egoismus neigenden Stadtgesellschaft
und unterschiedliche Lebensstile hervorbringt, die letztlich
die Wachstumskräfte ihrerseits hemmen können ("Boomtown
Ellenbogenhausen fördert wirtschaftliche und soziale
Polarisierung").
Das Stagnationsszenario betont die wirtschaftliche
Entwicklung Münchens auf hohem Niveau, aber ohne weitere
starke Triebkräfte. Der wirtschaftliche Konsolidierungskurs
hat sozial zur Folge, dass die Stadtgesellschaft weniger starken
Polarisierungstendenzen unterworfen ist, so dass das soziale
Spektrum der Bevölkerung in seiner Vielfalt am Standort
erhalten bleibt, sich möglicherweise sogar weiter ausdifferenziert.
Die geringe wirtschaftliche Dynamik unterbindet Verhalten,
die strikt erfolgsorientiert sind, weil zumindest wirtschaftlicher
Erfolg kaum zu erwarten ist, und fördert ein stadtgesellschaftliches
Klima "zivilisierter Gleichgültigkeit": Man
nimmt den Anderen wahr, lebt nebeneinander in verschiedenen
Lebenswelten, toleriert das Anderssein, weil es das eigene
Fortkommen auch nicht behindert.
Das Rückschrittszenario betont die wirtschaftliche
Regression des Großraums München im Verhältnis
zu anderen deutschen und europäischen Wirtschaftsräumen.
Dies führt einerseits zu einer Verschärfung im politischen
Klima der Region um den richtigen Weg aus der Krise, vermag
andererseits aber auch dazu führen, dass erkannt wird,
dass nicht wirtschaftlicher Egoismus, sondern kollektives
Solidarverhalten dazu führen kann, den Weg nach unten
aufzuhalten und neue Perspektiven für den Raum München
zu entwickeln.
Keines der drei Szenarien ist eindeutig positiv oder negativ
zu lesen. Jedes Szenario enthält Elemente, die immanente
Widersprüche hervorrufen. Keines der drei Szenarien ist
ausschliesslich "sympathisch" oder "unsympathisch".
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